Dieses Jahr durften wir uns über etwas Schnee und eisige Tage freuen. Der Niederschlag gesamtgesehen war wenig, aber kontinuierlich. Die Kinder verbrachten jede freie Minute beim Toben im Schnee. Fredi und ich packten uns in mehrere Schichten Wintergewand und machten uns auf in den verschneiten Weinberg, um mitte Jänner mit dem Rebschnitt zu beginnen. Im Weingarten herrscht zu dieser Zeit Stille - außer ein regelmäßiges Geräusch der Weingartenschere ist beim Öffnen und Schließen der Klinge zu hören.
Jetzt beginnt für mich der Gedulds- und Kraftakt. Auch René verlässt dafür seinen Büroplatz samt Computer und greift zu Weingartenschere und Arbeitsschuhen. Die geschnittenen Reben werden nun aus dem Drahtrahmen gezogen, in den sie im Frühjahr und im Sommer mit unseren Händen hineingestrickt werden. Mit einem ersten Ruck, wird an dem Zweig gezogen. Er bewegt sich ein kurzes Stück. Dann bemerke ist, dass er sich mit seinen Ranken am Draht festgesetzt hat. Jetzt kommt die Schere zum Einsatz, da die Ranke fest und teils schon stark verholzt ist. Nachdem die Windung durchtrennt wurde, packe ich die Rebe wieder und ich ziehe mit einem festen Ruck daran. Der Zweig bewegt sich, aber verhakt sich nocheinmal im Draht. Meine zweite Hand muss jetzt nachhelfen, da sich der Stumpf der abgerissenen Ranke, ihr werdet es nicht glauben, hat sich die Rebe abermals im Draht festgesetzt hat. Hurrraaa, jetzt ist es endlich geschafft.
Im Weinkeller sind wir beobachtend unterwegs. Der Trub wurde abgezogen und die ersten Weine sind schon in das Fass gewandert. Jetzt kehrt im Keller die Zeit der Ruhe ein. Die Weine gehen jetzt in die Meditationsphase über....Om
